Eine ‘deutsche’ Cloud? Die gibt es doch bereits

Die Microsoft Deutschland GmbH will künftig Cloud-Produkte seiner Angebotssparte ‘Azure’ unter Treuhänderschaft seitens T-Systems aus Deutschland heraus anbieten. Sie werden es wahrscheinlich aus den Medien erfahren haben: Zunächst begrüßen wir es natürlich, dass Mitbewerber sich – endlich – mehr mit den speziellen Belangen deutscher und mitteleuropäischer Kunden auseinandersetzen. Am Markt wird eindeutig gefordert, dass Daten deutscher und mitteleuropäischer Kunden möglichst nicht außerhalb der Landesgrenzen verarbeitet werden. Erst recht nicht sollen diese Daten mehr oder weniger unkontrolliert dritten Parteien zugänglich sein. Vor allem Cloud-Anbieter mit Hauptsitz in den USA hatten zuletzt zunehmend mit rechtlichen Unsicherheiten zu kämpfen. Erst vor kurzem hatte der Europäische Gerichtshof das sog. ‘Safe Harbor-Abkommen’ für ungültig erklärt. Microsoft musste also handeln.

Was ist nun konkret zu erwarten?

Microsoft möchte ab der 2. Jahreshälfte 2016 sukzessive Azure-Produkte aus Rechenzentren der T-Systems International GmbH heraus offerieren. Diese Rechenzentren sollen in Deutschland liegen. T-Systems soll hierbei treuhänderisch tätig werden. Im Detail bedeutet das der ‘Computerwoche’ zufolge, dass die benutzen Server von Microsoft gestellt werden; die Kunden, die Angebote darauf nutzen, sind Kunden von Microsoft, Microsoft übernimmt deren Support. T-Systems administriert die Server, besitzt also die physische Hoheit über die Daten und übernimmt Verantwortung für deren Schutz. Zugriffe seitens Microsoft auf betroffene Kundendaten sollen nur nach Genehmigung durch T-Systems erlaubt sein. Genehmigung bedeutet zivilrechtlich die nachträgliche Zustimmung zu einem Vorgang. Effektiver wäre da eine Einwilligung vor einem Vorgang. Aber möglicherweise sind diese Feinheiten noch gar nicht abschließend geklärt.

Wie teuer und aufwändig wird das?

Weitere Details dazu, wie die dafür benötigten Prozesse gestaltet werden, liegen zum jetzigen Zeitpunkt noch noch nicht vor. Es bleibt ein offener Punkt, wie Microsoft es schaffen will, eine Kundenbeziehung in aller Ernsthaftigkeit zu pflegen, ohne Daten aus dieser Beziehung heranzuziehen, bspw. im technischen Support-Fall und im kaufmännischen Service, zwischenzuspeichern und somit letzten Endes doch wieder Zugriffs fähig zu machen für diejenigen Institutionen, die bereits jetzt umstritten sind. Auf jeden Fall ist es ein äußerst aufwändiges Verfahren. Wie dem ‘Handelsblatt’ zu entnehmen ist, investiert der US-Konzern in den nächsten Jahren eine dreistellige Millionensumme. Zumindest ein Teil der Kosten soll dabei auf die Kunden umgelegt werden, so ist zu lesen. Für diese treuhänderische Absicherung würde ein Zuschlag von durchschnittlich 25 Prozent auf den Normalpreis fällig, erklärte Microsoft gegenüber der Zeitung. Nutzbar würde das so modifizierte Azure ab der zweiten Hälfte des nächsten Jahres. Klartext: Kunden müssen recht lange warten auf ein Produkt, dass dann auch noch ein Viertel teurer ist. Und auf die rechtlichen Konstrukte, die dann Endkunden vorgelegt werden, auf die bin ich ganz persönlich gespannt. Zweifelsohne werden es elaborierte Werke werden.

Und wozu das ganze?

Microsoft gibt das Chamäleon und versucht unter einen deutschen Mantel zu schlüpfen. T-Systems spricht bereits von der ‘deutschen’ Cloud, die somit endlich einziehe. Man muss wissen das es bereits 2013 Bestrebungen seitens der Deutsche Telekom AG, der Muttergesellschaft von T-Systems, gab, die Cloud zu nationalisieren. Dabei gab es damals bereits und gibt es auch heute schon eine deutsche und sogar eine mitteleuropäische Cloud bereits. ProfitBricks bietet Ihnen sofort und ohne Wartezeit IaaS Cloud Hosting in Deutschland – mit aller rechtlichen Sicherheit. Und das sogar ganz ohne Aufpreis und aufwändige Prozesse.

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