Was ist Cloud Storage?

Cloud Storage ist ein Angebot, das Nutzern erlaubt Backups auf einen Server eines Cloud-Anbieters zu ziehen und dort zu speichern. Diese Daten sind in der Folge über ein mit dem Internet verbundenes Gerät über eine spezielle Benutzeroberfläche des Anbieters verfügbar. Dies bedeutet für den Nutzer deutlich mehr Sicherheit für seine Daten, denn physikalische Speicher, wie z. B. eine externe Festplatte, können verloren gehen oder beschädigt werden. In der Cloud ist dies kein Problem. Die meisten Serviceanbieter von Cloud Storage bieten redundante Storage-Systeme an. In dem unwahrscheinlichen Fall, dass eines der Rechenzentren von einer Naturkatastrophe oder einem größeren Stromausfall betroffen ist, sind die Daten auf einem identischen Backupserver in einem anderen Rechenzentrum sicher und weiterhin verfügbar. So erhält man ein schnelles Storage-System, das an mindestens drei Orten gleichzeitig existiert. Die meisten Rechenzentren bieten mindestens zwei sichere, separate Standorte zur Aufbewahrung der Daten an, auf die über das Internet zugegriffen werden kann.

Storage-Serviceanbieter kaufen die gesamte notwendige Hardware, um die Kapazitäten für ein- und ausgehenden Datenverkehr sowie die Speicherung der Daten gewährleisten zu können. Der Cloud-Anbieter muss seine Hardware mehreren tausend Kunden effizient zur Verfügung stellen. Cloud-Anbieter sind daher in der Lage, bei gleichbleibender Performance, mehrere Nutzer auf einem Server unterzubringen. Dazu werden die verfügbaren Ressourcen optimal auf die unterschiedlichen Benutzer und deren Bedürfnisse abgestimmt.

Grundsätzlich unterscheidet man im Cloud Storage zwei Storage-Technologien, diese sind auch für klassische Storage-Systeme verfügbar:

  1. File Storage: File Storages ist die am häufigsten übliche Art der Dateiarchivierung, was vor allem an der einfachen Konfigurierbarkeit liegt. Dieses simple Prinzip macht File Storage zur idealen Speicherart für die Mehrheit der Nutzer, die wenig spezielle Kundenanpassung benötigen, sondern einfach ihre reinen Dateien speichern wollen.
  2. Block Storage: Mit Block Storages werden Speichervolumen erzeugt, die jeweils separat formatiert werden und so eine individuelle Festplatte simulieren können. Block Storage sind beliebig an Kundenwünsche anpassbar und bieten dadurch einen hohen Leistungsstandard. Es bedarf allerdings eines angebundenen Betriebssystems, um ein Block Storage zu betreiben. Und obwohl es im Gegensatz zum File Storage eine grundsätzlich höhere Leistungsfähigkeit aufweist, kann die Gesamtleistung durch internetabhängige Faktoren gemindert werden.
     

Es gibt fünf Haupt-Angebotstypen für Cloud Storages: Public Clouds, Private Clouds, Hybrid Clouds, Community Clouds und Cooperative Clouds. Public Clouds sind handelsüblich über das Internet erreichbar. Private Clouds nutzen Virtual Private Networks (VPNs), um den Datenverkehr auf ein einzelnes Unternehmen zu beschränken. Die Exklusivität der Private Clouds ist äußerst attraktiv für Unternehmen, da der Sicherheitsaspekt hier wesentlich besser zu kontrollieren ist, als in einer Public Cloud. Hybrid Clouds werden als Kombination von vor Ort gehosteter Hardware und ausgelagerter Storage Cloud genutzt. Hybrid Clouds sind für Firmen nützlich, die hochsensible Daten im eigenen Haus behalten wollen, jedoch durchaus gewillt sind, für weniger sensible Daten eine Public Cloud zu nutzen. Community Clouds sind von Einzelpersonen aus gleichen Organisationen oder mit ähnlichen Interessen erreichbar. Solche Clouds sind zum Beispiel bei Angestellten im Gesundheitsbereich beliebt, die darauf angewiesen sind, bestimmte berufsrelevante Informationen untereinander auszutauschen. Cooperative Clouds hingegen teilen ungenutzten, lokalen Speicherplatz in einer Cloud, den andere dann nutzen können. Dabei stellen die Teilnehmer in etwa den Speicherplatz zur Verfügung, den sie selbst auch verbrauchen.

Es gibt verschiedene Gründe, warum Cloud Storage zu einer immer attraktiveren Option wird. Zu den wichtigsten Vorteilen zählen Kostenersparnisse, Komfort, Flexibilität und Skalierbarkeit. Der Betrieb von Storages im eigenen Haus ist sehr kapitalintensiv; daher ist für viele Unternehmen die Cloud eine gute Möglichkeit, um Kosten zu sparen. Dies wird durch das „Pay-as-you-go“-Geschäftsmodell vieler Cloud-Anbieter gefördert. Cloud Storage bietet zudem noch eine Reihe weiterer Vorteile: Flexibilität zum Beispiel, da die gespeicherten Daten von überall aus über das Internet verfügbar sind. Kunden können ihren Storage Service üblicherweise über eine Management-Konsole verwalten. Mit dem Internet als mobile Schnittstelle lassen sich die Daten jederzeit durch eine ganze Reihe an Geräten abrufen.

Entwicklung & Trends

Mit dem Auftreten von Cloud Storage bekamen Unternehmen die Möglichkeit ihre Daten kostengünstiger zu speichern. Denn Firmen produzierten und speicherten mit zunehmender Geschwindigkeit Daten, während die Kosten der Infrastruktur für die Datenspeicherung immer mehr anstiegen. Riesige Mengen an Daten benötigen teure Storage-Hardware. Das Cloud-Storage-Modell hingegen ermöglicht es, alle Daten über einen Drittanbieter speichern zu lassen. Damit werden die Investitionen für die Datenspeicherung, wie Infrastruktur, Strom und Verwaltungsausgaben, niedrig gehalten.

2010 hat die EU 15,7 Millionen € ($ 20,7 Millionen) in ein Dreijahresprogramm von IBM, namens Vision Cloud, investiert. Dieses Programm erforscht Cloud Storage Technologien und Prozesse, unter anderem mit dem Ziel, neue Wege der Datenspeicherung zu finden, wie zum Beispiel Smart Objects. Es ist anzunehmen, dass große Firmen, die riesige Mengen an Daten produzieren, Cloud Storages am schnellsten akzeptieren. In der Praxis stellt sich dies jedoch anders dar: Eine Studie der Aberdeen Group, die im Jahr 2011 durchgeführt wurde, ergab, dass mittelständische Unternehmen mit 48% die größte Gruppe der Cloud Storage Nutzer bilden, gefolgt von Kleinunternehmen mit 38%, und den Großunternehmen, mit lediglich 26% der Befragten. Der Hauptgrund für die Akzeptanz der Cloud waren Notfallpläne und Sicherheitskonzepte für eine Datenwiederherstellung und Backups bei Systemausfällen, gefolgt von der Notwendigkeit Kosten einzusparen.