Was ist Infrastructure as a Service (IaaS)?

Infrastructure as a Service (kurz: IaaS) ist das Rückgrat des Cloud Computing. Anstatt sich teure Rechenzentrumsinfrastruktur zu kaufen, mieten Nutzer bei einem IaaS-Anbieter einfach etwas Platz in einem virtuellen Rechenzentrum. Zugriff auf dieses virtuelle Rechenzentrum erhalten sie über das Internet, die sogenannte ‚Cloud‘. Dieses Segment des Cloud Computing stellt die Grundlagen der IT zur Verfügung, wobei Nutzer lediglich für die Geräte zahlen, die sie nutzen: CPU Cores, RAM, Festplattenspeicherplatz und Datentransfer. Man denke hier zum Beispiel an ProfitBricks, Amazon EC2 oder Rackspace Cloud. All drei Anbieter erlauben es Nutzern, virtuelle Server zu mieten.

Nutzer eines Cloud-IaaS Anbieters mieten einen Teil dessen Hardware. Da die Hardware jedoch nur die Basis darstellt, muss der Nutzer in der Regel seine Plattform und die Anwendungen selbst verwalten, inklusive der Wartung der Softwareumgebung. Der IaaS-Anbieter übernimmt die Verantwortung für die Hardware, führt alle Wartungen durch und sorgt dafür, dass die Server einwandfrei und stabil funktionieren. Durch die Vielzahl von Individualanwendungen, die auf einem IaaS-Dienst entwickelt und betrieben werden können, ist es für ein einzelnes Team schlicht nicht mehr möglich, neben der Softwareumgebung auch noch die Hardware zu verwalten und fehlerfrei zu halten.

Zur Zeit unterscheidet man drei primäre IaaS-Cloud-Typen:

  1. Public IaaS Cloud: in der ‚Public Cloud‘ vermieten Anbieter Hardware-Ressourcen für die breite Öffentlichkeit. Dabei nutzen sie eine Virtualisierungstechnologie. Diese erlaubt es, dass sich mehrere Nutzer einen physikalischen Server teilen. Die öffentliche Cloud ist ein erstklassiges Beispiel für das Cloud Computing Modell: einfach einzurichten, schnell und flexibel skalierbar und kostengünstig, da der Nutzer nur das zahlt, was er braucht.
  2. Private IaaS Cloud: die ‚Private Cloud‘ arbeitet ebenfalls mit einer Virtualisierungstechnologie. Im Gegensatz zur ‚Public Cloud‘ liefert sie jedoch gezielt Cloud Computing Services an einzelne Unternehmen. Die Cloud wird privat provisioniert und befindet sich hinter der Firewall des jeweiligen Unternehmens. Server und Ressourcen sind speziell an die Bedürfnisse des Unternehmens angepasst und können nicht von anderen Parteien genutzt werden. Der Zugriff kann auf verschiedene Art und Weise limitiert werden. Die ‚Private Cloud‘ ist ideal für Unternehmen, die auf die Sicherheit ihrer Daten angewiesen sind und eine bewusstere Kontrolle über ihre IT-Umgebung haben wollen.
  3. Hybrid IaaS Cloud: die ‚Hybride Cloud‘ ist ein Zusammenschluss von zwei oder mehr Clouds, die entweder ‚Public‘ oder ‚Private‘ sind. Das kann beispielsweise ein Unternehmen sein, das einige Server in einer privaten Cloud verwaltet, während andere Server in einer öffentlich zugänglichen Cloud ausgelagert sind. Die Idee der ‚Hybrid Cloud‘ ermöglicht es Firmen, die Vorteile der Skalierbarkeit von Cloud-Technologien zu nutzen und gleichzeitig sensible Firmendaten geschützt zu verwalten.

Für Unternehmen - insbesondere kleine und mittelständische - ist Infrastructure as a Service eine vernünftige Alternative gegenüber dem Erwerb und der Instandhaltung von eigener Hardware. Denn dadurch lassen sich enorme Kosten sparen. Bevor es die Möglichkeit gab IaaS zu nutzen, mussten Startups oder kleine und mittlere Unternehmen die benötigten Server, Racks und andere Hardware selbst erwerben. Dann wiederum brauchten sie einen Ort, an dem sie die Hardware unterbringen konnten. Um alles am Laufen zu halten und die Server vor Überhitzung zu schützen, war eine Kombination aus festen Kühlsystemen und konstanter Stromversorgung notwendig, was meist zu hohen Betriebskosten führte. Wenn ein Server abstürzte, musste das Unternehmen zudem Fachkräfte engagieren, die das Problem beheben konnten. Cloud IaaS verteilt all diese Kosten auf eine breite Masse an Endbenutzern und kann so die Kosten für alle niedrig halten.

Entwicklung & Trends

Die Entwicklung von Infrastructure as a Service wurde durch die US-Finanzkrise beschleunigt. Obwohl damals bereits IaaS existierten, zogen es viele Unternehmen vor, ihre Daten und unternehmensrelevanten Anwendungen selbst im Haus zu hosten. Nach der Immobilienkrise waren viele Firmen gezwungen, ihre Budgets herunterzuschrauben und günstigere Alternativen zu finden, um ihr Geschäft aufrecht zu erhalten. Zu Beginn waren viele Unternehmen jedoch eher zurückhaltend, was die Auslagerung von sensiblen Daten an Drittanbieter im Internet anging.

Was letztlich den Anstoß gab, doch IaaS zu nutzen, waren vor allem Gründe der Kostenersparnis. Anbieter, die ausschließlich IaaS-Dienste anboten, tauchten ab Mitte 2008 auf dem Markt auf. Im Jahr 2010 waren IaaS-Anbieter dann bereit für den Entwicklungsschritt. Zu dieser Zeit wurden viele Dienste noch immer lediglich als kostengünstige IT-Alternative beworben und genutzt. Als sich das IaaS-Potenzial ausweitete, begannen Unternehmen auch die anderen bedeutenden Eigenschaften zu schätzen, die Cloud Computing mit sich brachte, wie die hohe Skalierbarkeit und Datensicherheit. Eben dieser Sicherheitsaspekt erleichterte es Unternehmen fortan, Cloud Netzwerken zu vertrauen und selbst eines zu erstellen und zu nutzen.

In den Jahren 2010 und 2011 wuchs die Infrastructure as a Service Industrie im Gegensatz zum Rest der Wirtschaft und sie wird, laut Aussage von Gartner, weiter wachsen. Im Jahre 2014 soll der Umsatz bei € 9,5 Milliarden liegen ($ 12,5 Milliarden). Anwender stellen hohe Erwartungen an die Sicherheit von Cloud-Anbietern, welche in der Folge mit einer ganzen Reihe von Sicherheitsmaßnahmen aufwarten. Dazu gehören unter anderem die Sicherheit des Rechenzentrums, die Überwachung der Server rund um die Uhr und die Einhaltung von internationalen Sicherheitsstandards, so wie HIPAA.

Insbesondere kleine und mittlere Unternehmen, die expandieren und sich entwickeln, sehen IaaS-Anbieter als kostengünstige Alternative, um ihre IT und Infrastruktur hosten zu lassen. Unternehmen können Tausende an Dollar sparen, wenn sie die Möglichkeit von IaaS nutzen, hochwertige Computer-Hardware und moderne Unternehmenssicherheitsstandards zu mieten; und das zum Bruchteil der sonst herkömmlichen Kosten.