Mit einem agilen IT-Team neue Wege der Mobilität gehen

Wie digitale Geschäftsmodelle von Managed DevOps­Services in der Public Cloud profitieren

Agile und DevOps sind vielzitierte Stichworte, die mit großen Erwartungen verbunden sind. Wie diese beiden Methoden in der Praxis aussehen, lässt sich an der Zusammenarbeit des Startups myDriver – dem Limousinenvermittlungs-Service Venture der Sixt SE – und den Dienstleistern ProfitBricks und Centrias Colocation zeigen.

Die Geschäftsidee des Startups myDriver ist der sorten­reine Elevator­Pitch. Kurz und bündig: Ein weltweiter Marktplatz, der Fahrten mit hochwertigen Limousinen vermittelt, bestellbar über eine App und im Internet, zu einem transparenten Festpreis.

mydriver
myDriver gehört zur sogenannten Plattform­-ökonomie. ... Wir übernehmen mit unserer mobilen App und dem Webservice Vermittlungsdienste für lokale Limousinen­-Anbieter und maximieren so deren Auslas­tung.
Andreas Goschler, Managing Director von myDriver

Das junge Unternehmen ist zwar eine Tochterfirma des Mietwagen­-Marktführers Sixt, wird aber geführt wie ein Startup. Die Sixt SE aus Pullach bei München ist in erster Linie Investor und hat das Gründerteam seit 2012 bei der Entwicklung des Produktes unterstützt. Nach und nach verbreitete sich der Service über ganz Deutschland und hat 2014 begonnen, weltweit Stand­orte aufzubauen. Inzwischen ist der myDriver­-Service in mehr als 25 Ländern und über 150 Städten weltweit buchbar.

Sowohl die Weboberfläche als auch die mobile App überzeugen durch Einfachheit und Transparenz. Wer den Service erstmals bucht, kann zunächst eine Strecke oder eine Fahrzeit eingeben und die Kosten prüfen. Für die eigentliche Buchung der Fahrt ist ein Benutzerkonto nötig. Die Vorbestellung einer Limousine selbst ist schnell erledigt. In Großstädten sind sogar vergleichsweise kurzfristige Buchungen möglich.

Dreh­- und Angelpunkt des Service ist die IT. Ohne die Weboberfläche und die App, aber auch ohne die dahinterliegenden Datenbankdienste würde das Ge­schäftsmodell nicht funktionieren. Auch hier hat Sixt anfangs Schützenhilfe gegeben. Doch inzwischen, beschleunigt durch den europaweiten Start des Ser­vice, ist die IT nicht mehr in den Sixt­-Rechenzentren angesiedelt.

Diese Vorgehensweise ist typisch für junge Unternehmen aus der Digitalwirtschaft. Das unterscheidet sie deutlich von herkömmlichen Firmen, die oft noch möglichst viel in Eigenregie machen wollen.

Digitale Unternehmen wie der Chauffeur­-Service ticken anders.

Für die Bereitstellung der IT setzen Startups oft auf das Lean­-Prinzip: So wenig IT­-Betrieb wie möglich, um keine Ressourcen zu verschwenden, die besser in der Produktentwicklung aufgehoben sind. Die ideale Lösung dafür ist Cloud Computing, insbesondere „Infrastructure as a Service“. Bei diesem Cloud­-Modell werden IT­-Kapazitäten in Form von virtuellen Lösungen genutzt.

Die eigentliche Infrastruktur, also die Server und Ent­wicklungsumgebungen sowie das Backend, befinden sich vollständig in der Cloud. myDriver hat sich dabei für den Infrastrukturanbieter ProfitBricks entschieden. Die einzelnen IT-Komponenten werden in den Rechenzentren des Berliner Cloud­-Dienst­leisters betrieben.

Mit dem Data Center Designer kann myDriver seine IT-Infrastruktur in einer einfach zu nutzenden, grafi­schen Benutzeroberfläche zusammenstellen und kurz­fristig freischalten.

myDriver ist Mobilitätsanbieter, wir konzentrieren uns auf die strategische Weiterentwicklung des Pro­dukts. ... Ein wichtiger Punkt dabei ist, das interne IT-Team möglichst schlank und effizient zu halten.
Andreas Goschler, Managing Director von myDriver

Neue Versionen schnell ausliefern

Doch wie bei jedem anderen Unternehmen mit einem digitalen Service hat die „IT­-Abteilung“ von myDriver auch Spezialisten, die diese Infrastruktur betreiben und warten.

Trotzdem ist das eigentliche IT­-Team von myDriver sehr schlank und besteht überwiegend aus Entwicklern, die sich um die Weiterentwicklung des Service kümmern. Das Zauberwort lautet DevOps: Betrieb und technische Entwicklung aus einer Hand.

Hierfür nutzt myDriver den IT­-Dienstleister Centrias Colocation. Die DevOps­-Spezialisten sind erfahren im Betrieb von agilen Entwicklungsumgebungen, die zu schnellen und kurz aufeinander folgenden neuen Software­-Versionen („Releases“) führen. Dies führt zu einer stärkeren Verzahnung von Entwicklung und IT­-Betrieb, was üblicherweise mit dem Fachbegriff DevOps (Developers & Operations) bezeichnet wird. Centrias wiederum greift auf die Cloud­-Infrastruktur von ProfitBricks zurück, die dem DevOps-Gedanken geradezu artverwandt ist.

Neben dem Frontend mit mobiler App und Weboberflä­che gibt es noch ein Backend, das im Hintergrund die Buchung und Weiterverteilung der Aufträge übernimmt. Beide Teile des Service werden ständig weiterent­wickelt und auch hier kann myDriver auf zahlreiche Komfortfunktionen von ProfitBricks zurückgreifen.
 

Doch solche Systeme bedürfen der sorgfältigen Vor­bereitung. Darüber hinaus gibt es noch zahlreiche weitere Aufgaben, etwa wenn die getesteten neuen Versionen von Frontend und Backend für die Anwender verfügbar gemacht werden. 

Hier kommen Continuous Delivery und Continuous Integration ins Spiel. Dabei werden rasch aufeinander­ folgende Softwareversionen sofort in die Produktions­systeme integriert. Im Unterschied zum traditionellen Verfahren gibt es hier nicht mehr ein großes Update mit vielen neuen Funktionen. Stattdessen erscheinen regel­mäßig kleinere Aktualisierungen, die teils sogar täglich ausgerollt werden.

Wie in einer Pipeline bewegen sich neue Releases von den Entwicklungs-­ zu den Produktivsystemen, wobei sich häufig zur gleichen Zeit verschiedene Versions­stände an den verschiedenen Stationen befinden. Für eine weitgehende Automatisierung dieser Abläufe gibt es Software­-Tools wie Jenkins. Dieses Werkzeug steuert die Integration von Komponenten zu einem An­wendungsprogramm und ersetzt zeitaufwändige Hand­arbeit. Deshalb ist nur ein kleines Team notwendig, um die Software stets auf dem Laufenden zu halten.

Diese Regelung ist besonders wichtig für unsere Geschäftskunden, die etwa 80 Prozent unseres Kunden­stamms ausmachen. ... Sie legen besonderen Wert auf die Sicherheit ihrer Daten und bevorzugen deshalb die Speicherung in deutschen Rechenzentren.
Thomas Reis, CTO von myDriver

Deutsche Rechenzentren für höchste Sicherheit

Dahinter steckt die Idee, Infrastruktur als Code aufzufassen. Wer einen zusätzlichen Server benötigt, eine weitere Entwicklungsumgebung für ein anderes Mobilbetriebssystem oder ein neu konfiguriertes Testsystem, muss weder Server aufbauen noch Softwarepakete installieren. Stattdessen entwickelt er ein Skript, das die entsprechenden Aufgaben auf der Infrastrukturplattform ProfitBricks ausführt.

„Doch DevOps ist mehr als nur Skripting für die Deployment­-Pipeline“, betont Thomas Reis. „Sehr wichtig für uns ist eine ausgefeilte Backup­-Strategie, die Datenverluste vermeidet und dafür sorgt, dass jederzeit ein großes Archiv der Datenbestände und frühere Versionen vorhanden ist.“

Die zusätzlichen Aufgaben im IT­-Betrieb übernimmt ebenfalls Centrias Colocation und erlaubt myDriver so ein problemloses Arbeiten.

Außerdem ist auch die Datensicherheit gewährleistet. Die Rechenzentren von ProfitBricks sind ausschließlich in Deutschland angesiedelt und unterliegen deshalb dem deutschen Datenschutz.

Daran zeigt sich, dass digitale B2B­-Geschäftsmodelle auf Softwareplattformen in der Public Cloud hier in Deutschland durchaus ankommen. Wichtigste Vor­aussetzung für die Unternehmen sind aber neben operativer Effizienz und Verlässlichkeit im Betrieb die Sicherheit ihrer Daten und ein vertrauenswürdiger Dienstleister. Hier haben deutsche Infrastrukturanbieter die Nase vorn und können bei kritischen Geschäfts­kunden punkten.